Gemeinde Gräfendorf mit allen Ortsteilen


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Michelau an der Fränkischen SaaleBlick von der Brücke auf Michelau

 

Fährt man mit dem Auto oder Fahrrad von Gräfendorf der Saale entlang – Richtung Hammelburg, erreicht man nach ca. 2, 5 km das Dörfchen Michelau. Das Dorf mit 150 Einwohnern war einst stark landwirtschaftlich geprägt. Heute pendelt die Bevölkerung in die naheliegenden Städte zur Arbeit.

 

Michelau liegt in einer schönen Au, umgeben von Wäldern am Ufer der Fränkischen Saale. Erstmals wird der Ort im 9. Jahrhundert als “Michelowa” erwähnt.

 

Das schmucke Kirchlein ist dem Hl. St. Martin geweiht.

 

In Michelau befindet sich das Komfort-Hotel, Restaurant-Cafe, “Saaletal-Stuben”. Unmittelbar an der Fränkischen Saale können dort Wanderer, Radfahrer und andere Gäste Einkehr halten, um sich von den Spezialitäten des Saaletales verwöhnen zu lassen.

 

Zu Michelau gehört auch das Hofgut Hurzfurt. Es liegt gegenüber der Mündung des Waizenbächleins in die Fränkische Saale. Über die Bedeutung des Namens Hurzfurt gibt es keine sichere Erklärung. Eine Annahme geht dahin, das Wort vom englischen “horse” (Pferd) abzuleiten. Verwandte Namen finden sich in der Umgebung, wie Hengstbach, Pferdsberg, Roßgraben, Roßmühle.

 

In einer Zeitung war zu lesen, daß die Germanen in Morlesau (Mährenau) Pferde gehalten haben. Diese wären dann über die Hurzfurt, den Pferdsberg, Roßgraben zum Sodenberg als Opfer für Wotan gebracht worden. Heute werden auf der Hurzfurt russische Pferde gezüchtet. Ca. 50 Achal-Tekkiner weiden dort.

 

In alter Zeit befanden sich in unmittelbarer Nähe der Hurzfurt 2 Mühlen. Diese verschwanden mit dem Bau des Elektrizitätswerkes, das auf der anderen Seite der Saale von Gräfendorf liegt. Das stolze Kraftwerk wurde nach dem Kriege von der Kreiselektrizitätsversorgung Unterfranken gebaut. Heute befindet sich das Wasserkraftwerk in Privatbesitz.

 

 

 

Hofgut Hurzfurt in Michelau

 

Als im Jahre 1923 die Saalebahn endlich bis Bad Kissingen durchgebaut und zur Vollbahn wurde, da musste ein Teil der Haltestellen aufgelassen werden, nämlich Josefshaus, Seewiese - Schonderfeld, Hurzfurt und Roßmühle - Weickersgrüben. Hurzfurt war die Haltestelle für Waizenbach und die nördlich liegenden Gemeinden, denn Hurzfurt, das gegenüber der Mündung des Waizenbächleins liegt, ist nur ein einsamer Gutshof.

 

Über die Bedeutung des Namens gibt es keine sichere Erklärung. Eine Annahme geht dahin, das Wort vom englischen horse (Pferd) abzuleiten, verwandte Namen finden sich in der Umgebung wie Hengstbach, Pferdsberg, Roßgraben, Roßmühle. Eine Zeitung nahm an, dass die Germanen in Morlesau (Mährenau) Pferde gehalten hätten, diese wären dann über Hurzfurt, Pferdsberg, Roßgraben zum Sodenberg als Opfer für Wotan gebracht worden.

 

In alter Zeit fanden sich in Hurzfurt zwei Mühlen, die wie Michelau und Schonderfeld den beiden Fürstbistümern Mainz und Würzburg "und sonst niemand" untertan waren. Wie so viele andere mussten auch diese mit der Zeit den Großmühlen unterliegen und es blieb nur der Gutshof. Dieser gehörte politisch zu Michelau, für Kirche und Schule war Schonderfeld zuständig, aber tatsächlich ging und geht aller Verkehr, auch der Schulbesuch, nach Gräfendorf, das am nächsten liegt. Erst im Jahre 1937, wurden die Schüler auch amtlich dort eingeschult, doch besteht eine Leistungspflicht zur Schule heute noch. (Heimat 1935 Nr.7). Bis nach dem Weltkrieg zahlte Hurzfurt keine Gemeindeumlagen nach Michelau, sondern es trug auf Grund eines alten Vertrages den zehnten Teil der allgemeinen gemeindlichen Ausgaben. Die örtlichen Lasten der Gemeinde für Kirche, Schule, Wald, Brunnen usw. blieben unberücksichtigt.

 

Nach dem Weltkrieg wollte die Elektrizitätsgenossenschaft Weickersgrüben die ungenutzte Wasserkraft ausbauen, sie ist nicht dazugekommen, obwohl der Besitzer sehr entgegenkommend war.

 

Das stolze Kraftwerk, das nun dort erstanden ist, baute die Kreiselektrizitätsversorgung Unterfranken, sie ist dabei mit dem Besitzer in einen Rechtsstreit geraten, und dieser verlor die schöne Wasserkraft gegen eine Handvoll  Papiermark.

 

Das Gut besteht zur Hälfte aus Wald, Hof und Feld sind seit langen Jahren verpachtet, der jetzige Pächter betreibt auch eine größere Schafzucht. Der Wald wurde nach dem Kriege fast ganz gefällt und wieder aufgeforstet. Die jungen Schläge waren überreich an Himbeeren, die Liebhaber aus der ganzen Gegend herbeilockten - nicht zum Nutzen der kleinen Bäume. Jetzt sind diese schon so groß, dass sie die Beeren unterdrücken und bald wird der Wald wieder in alter Pracht stehen.

 

So ist Hurzfurt ein wertvolles Stück der fränkischen Erde, denn es lieferte außer Nahrung auch Strom, Wolle und Holz und trägt die Erinnerung an den germanischen Göttervater.

 

Von ... ? .. bis 1960 war Dr. Lochte viele Jahre Besitzer der Hurzfurt. Fast 2 Jahrzehnte (bis 1951) war Herr Fürst Pächter dieses Hofgutes. Herr Fürst war auch der Pächter, der die Schafzucht groß betrieb.

 

Von 1951 bis 1960 hatte Dr. Lochte einige Verwalter, die das Gut leiteten. Besonders Herr Lutz (Otto ?) aus Schonderfeld war einige Jahre engagiert. 1960 verkaufte Dr. Lochte die Hurzfurt an Herrn Berndes aus lngelheim/Rhein, der eine Legehühner-Massenhaltung (in sogenannten Batterie-Ställen) baute. 1970/71 verkaufte Berndes an Herrn Muschgewitz. Nach etwa 2 Jahren kam dieser wegen große Betrügereien ins Gefängnis.

 

Etwa 1974 kaufte Herr Töpfer die Hurzfurt. Nach einigen Jahren übernahm die Tochter Frau Töpfer Sabine (Tierärztin) das Hofgut. Frau Töpfer und ihr Gatte Gebert Eckhard haben aus der Hurzfurt einen über die Grenzen hinaus bekannten allem durch die Pferdezucht - modernen und wirtschaftlichen Hofgutsbetrieb aufgebaut.

 

 

Hier geht es zu den Bildern vom Hofgut Hurzfurt...